Christoph Schlingensief hat die Einladung der Kommissarin des Deutschen Pavillons der Venedig Biennale 2011, Susanne Gaensheimer, angenommen und wird den Deutschen Pavillon 2011 gestalten. Mit der Einladung in den Deutschen Pavillon öffnet sich für Schlingensief ein weiteres neues Spielfeld. „Das ist eine tolle Überraschung. Ich habe in vielen Bereichen gearbeitet, als Film-, Theater- und Opernregisseur, Produzent, Alleinunterhalter, Mensch, auch als kranker Mensch und Christ, auch als Politiker und Performer und ich habe mich auch immer für Künstler interessiert, die die Kunst fast zwanghaft betrieben haben, darin auch nicht unbedingt eine Unterscheidung zum Zwang des Leben-Müssens oder -Wollens gesehen haben. Eine Form von Schizophrenie war für meine Arbeit und mein Leben schon immer typisch. Wenn ich nur bei einer Sache wäre, würde ich mich langweilen, käme mein Kopf nicht in Fahrt. Ich muss zwischen der Musik und dem Bild, den Menschen und der Sprache, dem Gesunden und Kranken, dem Lustigen und Traurigen immer die Chance haben, auch das Gegenteil zu behaupten. An die Eindeutigkeit der Welt glaube ich nicht. Die Aufgabe, den Deutschen Pavillon, einen verdächtigen Repräsentationsbau, nicht für repräsentative Zwecke, sondern für künstlerische Zwecke zu benutzen, ist da genau das Richtige: eine schwere Last, aber Kunst macht leicht, was sonst schwer ist.
Vielleicht ist das aber gerade das Gute daran. Ich liebe jedenfalls Risse und Gegensätze und in den nächsten Monaten werde ich herausfinden, welche Gegensätze für Venedig, den Deutschen Pavillon und Burkina Faso am produktivsten sind", kommentiert Christoph Schlingensief seine Berufung. Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) koordiniert im Auftrag des Auswärtigen Amts den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Als älteste Mittlerorganisation ist das ifa seit 1971 für den Deutschen Pavillon verantwortlich.