The Morning Line
Neben der charakteristischen architektonischen Eigenschaften des Pavillons wurde von Ritchie seine klangliche Identität (sonic identity) in der Tradition der experimentellen Klangräume von Iannis Xenakis und Le Corbusier oder Fritz Bornemann's Expo'70 Pavillon festgelegt. Um diese klangliche Raumgebung zu erzielen, ist „The Morning Line“ ist mit einem Lautsprechersystem ausgestattet, das eine eigens vom Music Research Centre der Universität York entwickelte Software verwendet. Der Umfang der Struktur und die neue Spatialisationssoftware erforderten schließlich eine neue Art von Musik, die speziell für dieses Instrument geschrieben und erdacht ist.
Thyssen-Bornemisza Art Contemporary lud eine internationale Gruppe von Komponisten ein, um dieses musikalische Forum für Experimente zu öffnen, wobei die gewählten Ansätze und Ausgangspunkte der Arbeiten ganz verschieden sein können: Manche Komponisten gehen auf das künstlerische Konzept ein und entwickeln ein Programm von sich überlappenden Scores, die die fraktale Struktur musikalisch übersetzen und sehr direkt die komplexen Narrative aufgreifen. Andere begreifen die Struktur als autonome Form eines performativen Raums und schaffen autarke Werke, die als solche im Raum verbreitet werden.
Die zehn neuen Kompositionen werden im Rahmen des The Morning Line Festival für zeitgenössische Musik vom 23. bis zum 25. Mai uraufgeführt. Für die Präsentation in Istanbul wurden die Sound-Künstler Jana Winderen, Carl Michael von Hausswolff, Yasunao Tone und Peter Zinovieff von Gastkurator Russell Haswell eingeladen, neue akustische Werke zu komponieren. Außerdem gibt es zwei neue Werke von Ghostigital und Jónsi & Alex.
The Morning Line
Klangskulptur in Istanbul
www.tba21.org




