KAP Forum und build: Vortrag von SPLITTERWERK am 7. September in Köln
Die realisierten Häuser heißen „Frog Queen“ oder „Black Treefrog“ und sind so ungewöhnlich wie ihre Namen – seit 1988 erforscht SPLITTERWERK unkonventionelle Raum- und Gestaltungskonzepte. Von Beginn an arbeitet die österreichische Formation transdisziplinär an Projekten zwischen Malerei, Installation, Baukunst und Neuen Medien bis hin zu städtebaulichen Konzepten. Dabei versteht sie sich selbst nicht als kontinuierliche Gruppe, sondern als wechselnde Forschungs- und Ausführungsteams innerhalb eines Labels. Dieses hat sich mit Ausstellungen unter anderem auf den Biennalen in Venedig und Sao Paulo oder der Documenta in Kassel einen internationalen Ruf erworben.
SPLITTERWERK experimentiert auf ungewöhnliche Weise mit dem Verhältnis von Oberfläche und Form, Funktion und Bedeutung, Innen und Außen. Ein wiederkehrendes Thema ist dabei die Überlagerung und Auflösung von Räumen, sei es über grafische Muster wie bei dem Mehrfamilienhaus „Black Treefrog“ im österreichischen Bad Waltersdorf oder über großflächige Bildinstallationen wie bei der Firmenzentrale „Frog Queen“ in Graz. Ein weiterer wiederkehrender Topos ist das Spiel mit Oberflächen: mit Reliefs aus computergenerierten Mustern bis hin zu elektronisch gesteuerten, bisweilen interaktiven Projektionen oder selbstleuchtenden Flächen.
„Wir trennen ungern zwischen Baukörper und Fassade. Wir entwickeln dreidimensionale Bilder, die auf Größe und Form des Gebäudes reagieren. Das Ziel ist, die Körperhaftigkeit von Architektur aufzulösen“, konstatiert das in Graz ansässige Studio. Dort wurde auch eines der jüngeren Projekte realisiert, das dieses Entwurfskonzept exemplarisch widerspiegelt. Beim Umbau eines Altbaukomplexes in die Landesverwaltungsakademie wurde das bestehende Ensemble mit einer neuen, bunt gepixelten Hülle zusammengefasst und in ein freundliches Seminarhaus verwandelt.
Im Sinne eines erweiterten Kunstbegriffs arbeiten die Grazer auch immer wieder an Projekten, die von Performance über Videoinstallation bis zum Tafelbild reichen, dazwischen angesiedelt sind oder bis zur Dokumentation und darüber hinaus führen. Mit Publikationen wie der Monografie „Whoop the Duck! Es lebe die Ente!“, mit Vorträgen und Ausstellungen schalten sie sich immer wieder in den aktuellen Architekturdiskurs ein. Zu den Gründungsmitgliedern des vielseitigen Studios gehört Mark Blaschitz, der Anfang des Jahres als Professor für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens an die Kunstakademie Stuttgart berufen wurde. In einer Veranstaltung vom KAP Forum und build wird Blaschitz am Dienstag, 7. September 2010, die Arbeiten von SPLITTERWERK in Köln vorstellen.
Gebaute Bilder
Mark Blaschitz / SPLITTERWERK
7. September 2010, 19 Uhr
KAP Forum, Köln
www.kap-forum.de
www.splitterwerk.at

