Dornbracht Conversations 3

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Die Diskurs-Plattform „Dornbracht Conversations“ zielt auf die Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen zwischen Design, Architektur und Kunst. Zur dritten Ausgabe am 17. Februar lud Dornbracht unter dem Titel „Extra/Ordinary – A further dimension of the rise of New Normal“ in seinen Hauptsitz nach Iserlohn ein.

In einem ersten Panel diskutierten dabei der Designer Michael Sieger, der Chefkurator des Vitra Design Museums Mateo Kries sowie Andreas Dornbracht über Designgeschichte und -evolution. „Memphis“ in den 80er Jahren, darauf konnte man sich schnell einigen, sei die letzte große Design-Bewegung gewesen. „Die Philosophie dahinter ist auch heute noch spannend, weil Memphis den emotionalen Aspekt von Design hervorgebracht hat“, sagt Michael Sieger. Seitdem seien es eher Micro-Bewegungen, wie etwa Droog, die das Design in unserer multioptionalen Welt herausbringen. Die Faktoren „Digitalisierung“ und „Sustainability“ seien derzeit die großen Herausforderungen. Darüber hinaus gebe auch eine veränderte Konsumentenhaltung neue Richtungen vor: „Unsere Produkte sind kaum noch Statussymbol. Das Aussehen eines Produkts hat weniger Relevanz. Wichtig ist es, das Erlebnis, das ein Produkt verspricht, zu genießen“, so Andreas Dornbracht. Und Mateo Kries dazu: „Heute ist das Design dazu da, das tägliche Leben zu bewältigen. Das schafft eine entspannte Basissituation für die Akzeptanz nachhaltiger Produkte.“

Das zweite Panel – Architekt und Designer Matteo Thun, Creative Director Mike Meiré sowie der Autor und Kritiker Thomas Wagner – setzte das Gespräch über extra/ordinary Design fort. Die viel zitierte Ästhetik der Neuen Normalität sei die Antwort des Designs auf die Wissens- und Informationsgesellschaft. Dazu zählten Produkte wie das iPhone oder iPad, deren Aussehen zurücktritt, indem sie dem Inhalt mehr Raum geben. Mike Meiré: „Das Äußere ist relativ unspektakulär, das Innere ist das Spannende.“ Das Design wird also unsichtbarer – doch verliere es keineswegs an Bedeutung. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung ist es die große Aufgabe des Designs, „den Widerspruch zu managen zwischen der Tatsache, dass man Produkte nicht versteht, aber trotzdem mit ihnen umgehen kann", so Thomas Wagner. Ein künftiger Gestaltungsstil müsse daher lauten „Use technology – not dress technology“, so Matteo Thun. Schlussendlich stellte die Debatte klar, dass unsere „pulverisierte Designwelt“ (Matteo Thun) auch ohne die eingangs diskutierten „Ismen“ nicht orientierungslos ist. „Dogmen verlieren an Gewicht“, sagte Mike Meiré. Und das, so ein Resümee der von Marcus Fairs, Gründer des Designblogs dezeen, moderierten Veranstaltung, sei gut so. Offenheit und Neugierde seien heute die entscheidenden Qualitäten für Designer.

www.dornbracht.com

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