Rückblick auf die imm cologne
115.000 Besucher zählten in diesem Jahr nach Aussage der Messe die imm cologne und die erstmals veranstaltete Ausstellerplattform LivingInteriors. Das sind 14 Prozent mehr als bei der vergleichbaren Vorveranstaltung 2010 (ohne die besucherstarke Küchenmesse LivingKitchen). Damit hat die Kölner Einrichtungsmesse 2012 nicht nur an Besuchern, sondern mit einem Auslandsanteil von 42 Prozent auch wieder an Internationalität gewonnen. Einer der Anziehungspunkte der diesjährigen imm cologne war neben der Halle 11 mit den Ständen internationaler Designmöbelhersteller das Pure Village in Halle 3. Dort präsentierten nicht nur designorientierte Hersteller aus dem erweiterten Einrichtungsbereich, sondern auch die Nachwuchsentwerfer der D3 Design Talents. Ebenfalls in Halle 3 wurde die neue Installation „Das Haus – Interiors on Stage” mit einem Interior von Nipa Doshi und Jonnathan Levien gezeigt.
Im Mittelpunkt der Messe standen indes wie jedes Jahr die Neuheiten der Möbelhersteller und Einrichtungsspezialisten. Der italienische Hersteller Calligaris zeigte u.a. den in Zusammenarbeit mit Pininfarina entstandenen Tisch „Orbital“ mit einer Platte aus extraklarem Glas und einer zentralen Polyurethan-Säule sowie den neuen Stuhl „Cream“. Angelehnt an den neuen Mailänder Showroom des Unternehmens war die Präsentation von Cappellini. Ähnlich wie in dem dortigen, komplett gelben Interieur wurden zwei Wohnräume und ein Esszimmer mit den neuen Möbeln der italienischen Designmarke gezeigt, z.B. der „Tate Color chair“ von Jasper Morrison in acht farbigen Ausführungen. Auch eine Version des „Flexi Containers“ mit Korpus, Griffen und Gestell in einer homogenen Farbeinheit gehört zu den Neuheiten 2012. Cassina präsentierte auf der imm cologne die ersten Outdoorversionen von Designklassikern wie dem Sessel „LC3“ von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand. Die Kollektion „Maestri“, in der Cassina die Möbelklassiker vertreibt, wurde außerdem um eine neue, farbige Version des Kultsessels „Zig Zag“ von Gerrit T. Rietveld erweitert. Ebenfalls ein Klassiker ist die Chaiselongue „Wink“, die 30 Jahre nach ihrer Einführung mit einem speziellen gesteppten Bezug angeboten wird, der von ihrem Urheber Kita Toshiyuki entworfen wurde.
Das Designerduo Jehs+Laub hat ein früheres Modell von COR neu erdacht: Seinen Komfort bezieht der Lesesessel „Cordia“ aus einem weich gepolsterten Sitzkissen und einer ergonomischen Verstärkung des Rückenpolsters. Der auch von Jehs+Laub stammende Loungechair „Shrimp“ wurde für 2012 mit einem Cocktail-Sessel sowie mit gestalterisch korrespondierenden Stühlen ergänzt. „Customized living“ stand dagegen im Fokus der Messepräsentation von Dauphin Home. Sitzmöbel wie das Sofa „Ritorno“ werden daher nun als Baukasten angeboten, aus dem sich unterschiedliche Lösungen gestalten lassen: 2-Sitzer, 3-Sitzer, Ecksofa, Recamiere oder Hocker. Ebenfalls für unterschiedliche Bedürfnisse: Die kleinere Version des skulpturalen Fauteuils „Little Perillo“ von Martin Ballendat, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist – von Kunsstoff bis Leder. Die Marke Agrob Buchtal des Keramikspezialisten Deutsche Steinzeug stellte im Pure Village die neue Serie „Emotion“ vor, die 2012 flächendeckend im Markt eingeführt wird. Die keramischen Oberflächen wecken Assoziationen an genarbtes Leder, feinen Sand oder raues Gestein. In einem Workshop mit renommierten Architekten und Innenarchitekten wurden eigens für die Serie mitunter ungewöhnliche Anwendungsbeispiele konzipiert.
Mit „bookless“ hat interlübke die Idee konventioneller Stauraumkonzepte in ein Galeriesystem zum Wohnen übertragen. Das von Gino Carollo und René Chyba entworfene Möbelprogramm stellt die Dinge des täglichen Lebens in den Mittelpunkt und ist als verschiebbarer Raumteiler, raumhohes Regal oder schwebendes Wandelement konfigurierbar. Für begehbare Schränke und Raum-im-Raum-Lösungen haben Rolf Heide & Peter Kräling außerdem ein neues Trennwandsystem entwickelt. Skandinavische Einflüsse und japanischen Minimalismus verbindet Ligne Roset in seinen Neuheiten der Kollektion 2012 – so beim Beistelltisch „Picnic“ des Designerpaars GamFratesi, dessen Formen sich an Großmutters Nähkästchen orientieren. Auch bei der Erweiterung des Programms „Dino“ hat der Designer Eric Jourdan mit der Idee der Reduktion gearbeitet. Formal bemerkenswert sind außerdem die Stehleuchte „Peye“ vom Studio Numéro 111 mit überdimensioniertem Leuchtenschirm, die „Bidum“-Objekte aus Federstahl (Design: Laetitia Florin) und der Teppich „Menhir“ des Designstudios Damaris & Marc aus Barcelona.
„Gartenmöbel für Individualisten“ nennt Richard Lampert seine neue Kollektion „Living Outdoor“. Für diese entwarfen drei Designer vier unkonventionelle Außenmöbel: Mit „Tie-Break“ gestaltete Bertjan Pot einen überdimensionierten Outdoor-Sessel mit Tennisnetz. „Mash“ ist die Neuauflage eines namenlosen Klappstuhls, dessen Mechanismus Alexander Seifried begeisterte, von dem ebenfalls die an ein Feldbett erinnernde Sonnenliege „Dish’s Island“ stammt. Und mit „Hook“ hat Eric Degenhardt einen formschönen runden Beistelltisch entworfen. Softline stellte eine neue Linie von multifunktionalen Designmöbeln vor: Als Allround-Lounge-Sessel für den Einsatz im privaten Bereichen als auch für öffentliche Räumen wurde das Sitzmöbel „Aiko“ (Design: Susanne Grønlund) mit einer filigranen Metallkonstruktion entwickelt. Ebenso elegant ist der Stahlrahmen des von Susanne Grønlund gestalteten, neuen Schlafsofas „Prime“, das in acht verschiedene Positionen verstellt werden kann. Erstmals in der Halle 3 im Rahmen des Bereichs „Pure Village" präsentierte sich das Traditionsunternehmen Thonet. Premiere hatte dabei die neue Serie „Pure Materials", die Möbelklassiker von Marcel Breuer in anderen als den bisher bekannten Materialien zeigt – vernickelter Stahlrohr, vollnarbiges Nubukleder und geöltes Holz. Weiterhin wurden u.a. der Tisch „1580“ von Claudio Bellini in heller Ausführung, das Regalsystem „7000“ von f/p design in zwei Versionen sowie die Sessel „405 PF“ von Stefan Diez in kräftiger Farbgebung gezeigt. Walter Knoll, ein weiteres Traditionsunternehmen, zeigte sechs neue Produkte und Programmerweiterungen: Wie bei einem Lederball bildet das Lederpatchwork den Rücken des drehbaren Sessels „Bao“ von EOOS. Ebenfalls vom österreichischen Designtrio stammt das großzügige Sofa „Gordon“, der Stuhl „Deen“, bei dem Hydroforming den Füßen ihre filigrane Erscheinung verleiht, und die Erweiterungen des Sofas „Jaan Living“, Sessel, Sesselrécamiere und Polsterbank. Der runde Tisch „Tobu“ von Wolfgang C. R. Mezger ist eine Hommage an asiatisches Design. Ebenfalls von Mezger stammt der Beistelltisch „Mason“, dessen farbige Glasplatte Akzente setzt.
















































