In den wenigen Jahren seit ihrer Gründung 2005 hat die Design Miami/ Basel sich als wichtigste Plattform für Sammler exklusiven Designs etabliert. Möbel, Leuchten, Keramik, Textilien, von der klassischen Moderne mit Le Corbusier oder Eileen Gray über skandinavische Größen wie Alvar Aalto und Arne Jacobsen bis zu so unterschiedlichen heutigen Designern wie Zaha Hadid und Studio Makkink & Bey – es findet sich schwerlich eine bessere Gelegenheit, private wie institutionelle Sammlungen mit hochwertigen Stücken zu erweitern. In ihrer sechsten Ausgabe in Basel vom 14. bis 18. Juni präsentierte sich die Messe um einige namhafte internationale Galerien gewachsen und damit mit über 40 Ausstellern. Die Design On/Site-Ausstellungen boten dabei acht von ihnen die Gelegenheit, Designer in Solo-Shows im Miniaturformat im Detail vorzustellen. Als regelmäßiger Bestandteil der Messe präsentiert das Format zeitgenössische Arbeiten, oft experimentellen Charakters, und die Designer selbst gewähren Einblick in Hintergründe und Entstehungsprozesse ihrer Arbeiten. Neben den bekannten und großen Designern des 20. und 21. Jahrhunderts wird aber auch Nachwuchsförderung betrieben. Nachdem die diesjährigen Preisträger des Designers of the Future Award, den die Design Miami/ zusammen mit W Hotels auslobt, im April auf den Salone del Mobile in Mailand bekanntgegeben wurden, hatten Studio Juju aus Japan, mischer’traxler aus Österreich und Asif Khan aus Großbritannien nun in Basel die Gelegenheit, sich und ihre Gestaltungsmaxime in eigens entworfenen Arbeiten vorzustellen. Zusammen mit Installationen mobiler Architektur und des Demountable House Jean Prouvés bei Galerie Patrick Seguin und speziell kommissionierten Arbeiten, etwa von Hella Jongerius für den Sponsor HSBC Private Bank, verschwimmt die Grenze zwischen traditionellem Kunstbegriff und Design, aber auch diejenige zwischen Messe und Kunstfestival bei der Design Miami/ Basel zusehends. Ihre Erscheinung jedenfalls hat dieses Jahr das strenge Raster der Messe verlassen. Unter der neuen Leitung von Marianne Goebl, die den Direktorenposten im Februar 2011 übernommen hatte, wurde das New Yorker Architekturbüro Aranda\Lasch beauftragt, ein neues Raumkonzept zu erarbeiten. Das Büro entwarf ein Grundriss, der mit neuen Gruppierungen der Stände komplexere Sichtachsen und kommunikative Plätze öffnete und die Messebesucher so eher auf einen Spaziergang denn auf ein Ablaufen der Aussteller einladen wollte.
Die nächste und damit 13. Design Miami/ findet vom 29. November bis 4. Dezember in Miami Beach statt.
www.designmiami.comAbbildungen:
Galerie Karena Schuessler, Berlin
Galerie Doria, Paris
Galerie Patrick Seguin, Paris
Galerie Pierre Marie Giraud, Brüssel
Jacksons, Stockholm und Berlin
Galerie VIVID, Rotterdam
Jousse Entreprise, Paris
Asif Khan, Cloud
Mischer’traxler
Studio Juju, {a Tent}
© Alle Abbildungen: James Harris