Christian Boltanski auf der MONUMENTA im Pariser Grand Palais
Nach dem Erfolg der ersten beiden Editionen der MONUMENTA, die im Jahr 2007 Anselm Kiefer und dann im Jahr 2008 dem amerikanischen Bildhauer Richard Serra anvertraut worden waren und die beide in nur fünf Wochen mehr als 140 000 Besucher anlocken konnten, stellt sich im Jahr 2010 Christian Boltanski, einer der größten französischen Künstler, der Herausforderung.Die Ausstellung ist eine Koproduktion des nationalen französischen Zentrums für bildende Kunst (Centre national des arts plastiques), des Grand Palais und des französischen Verbands der staatlichen Museen (Réunion des musées nationaux).
Die MONUMENTA versteht sich als ehrgeizige Veranstaltung zur Förderung der künstlerischen Konfrontation. In jedem Jahr fordert sie deshalb auf Anregung des Ministeriums für Kultur und Kommunikation einen international anerkannten, zeitgenössischen Künstler auf, die 13 500 m2 des Schiffs des Grand Palais mit einem speziell für dieses Ereignis kreierten Meisterwerk auszufüllen.
Der 1944 geborene Künstler Christian Boltanski entwickelt seit den 70er Jahren eine internationale Karriere, dank der er heute eine tragende Rolle bei der zeitgenössischen Kreation einnimmt. Die völlig neuartige Anlage, die er für die MONUMENTA 2010 anbietet, versteht sich laut Angaben der Veranstalter als eine überraschende zugleich körperliche als auch psychologische Erfahrung, ein spektakulärer Augenblick der Emotionen, der die Natur und den Sinn des Menschseins hinterfragt. Indem er das gesamte Schiff ausfüllt, schaffe der Künstler einen Ort außerordentlich dichter visueller und Klangerinnerungen. Das Werk leite an zu einer sozialen, spirituellen und menschlichen Überlegung über das Leben, die Erinnerung, die unwiderrufliche Einzigartigkeit jeder Existenz, sowie die Präsenz des Todes, die Entmenschlichung der Körper, den Zufall und das Schicksal. Die gesamte Anlage trägt den sprechenden Namen Personnes("Personen" und "Niemand").
Christian Boltanski: Personnes
bis zum 21. Februar 2010
Grand Palais, Paris
Fotos: Didier Plowy © Monumenta / MCC
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