Blumen für Kim Il Sung

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Die Ausstellung „Blumen für Kim Il Sung“ im Wiener MAK gibt erstmalig einen umfassenden Einblick in die zeitgenössische Kunst, Plakatkunst und Architekturproduktion der Volksrepublik Korea. Zu sehen ist eine fremde Welt, die durch die allumfassende Verehrung des 1994 verstorbenen „Ewigen Präsidenten“ Kim Il Sung und seines derzeit regierenden Sohnes Kim Jong Il bestimmt wird und von der Chuch’e-Ideologie, einer spezifischen Interpretation des Sozialismus, geprägt ist. In enger Zusammenarbeit mit der Korean Art Gallery werden an die 100 Werke – Ölbilder, Tuschmalerei, Aquarelle – und 30 ausgewählte Plakate präsentiert. In der Malerei dominieren einerseits traditionelle Themen wie Porträts, Landschaften, Szenen aus dem täglichen Leben der Werktätigen, Arbeiter, Bauern etc. und andererseits Darstellungen des Präsidenten Kim Il Sung und seines Nachfolgers Kim Jong Il. In traditioneller Maltechnik werden die Errungenschaften des Staates und seiner Arbeiter gerühmt. Auch die Plakate zeigen ideologisch verbrämte Motive und stehen stilistisch den Plakaten der Sowjetunion und der Volksrepublik China nahe.

Unterstützt von der Paektusan Academy of Architecture ist in der Ausstellung ein eigener Abschnitt der Architektur gewidmet. In dessen Mittelpunkt steht ein Modell des sogenannten Chuch’e-Turms, des höchsten Steinturms der Welt. Dabei handelt es sich um eines der vielen Monumente, die anlässlich des Geburtstags von Kim Il Sung errichtet wurden und einen Eindruck von den megalomanen Vorstellungen vermitteln, die dem Wiederaufbau Pyongyangs zugrunde liegen. Nach der Zerstörung während des Koreakriegs (1950–1953) wurde es nach Vorbildern sowjetischer und chinesischer Städte komplett neu aufgebaut. Die Stadt ist geprägt von großen Boulevards mit Hochhäusern und imposanten Gebäuden für das öffentliche Leben (Theater, Veranstaltungshallen, Staatsmuseum). In der Ausstellung werden neben dem Turm-Modell auch Pläne, Fotomaterial und Entwurfzeichnungen zu sehen sein.

Der politischen Bewertung des Gezeigten enthält sich die Schau. Die Ausstellung ist „in keinster Weise als politisches Statement zu sehen“, so der MAK-Direktor Peter Noever, „sondern einzig und allein als Chance zur Auseinandersetzung mit der idealisierenden Kunst der Demokratischen Volksrepublik Korea, die kaum bekannt ist“. Besuchern bietet sie die Möglichkeit, sich über die künstlerischen Äußerungen ein eigenes Bild von dem abgeschotteten Land zu machen.

Blumen für Kim Il Sung
Kunst und Architektur aus der Demokratischen Volksrepublik Korea
Ausstellung
19. Mai bis 5. September 2010
Öffnungszeiten: 10.00–24.00 Uhr, Mi–So 10.00–18.00 Uhr, Mo geschlossen

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