„Harpa“ in Reykjavik

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„Harpa“ ist im Isländischen das Wort für Harfe, aber auch der erste Frühlingsmonat – ein doppelt passender Name also für das Harpa Konzerthaus und Konferenzzentrum in Islands Hauptstadt Reykjavik. Die Eröffnung des Großprojekts, das 2004 auf dem Höhepunkt der Finanzeuphorie des kleinen Landes auf den Weg gebracht und dann von den Auswirkungen der Finanzkrise getroffen wurde, musste erst verschoben und dann in mehreren Etappen gefeiert werden. Nun soll es „ein Symbol für Islands erneuerten Tatendrang und Dynamik“ werden. Bereits Anfang Mai, noch vor Abschluss aller Arbeiten, wurde der große Hauptsaal mit einem Konzert des Isländischen Symphonieorchesters eingeweiht; zusammen mit Reykjaviks langer Nacht der Kultur konnten am 20. August schließlich die Vollendung des Neubaus und die erstmalige Beleuchtung der Fassade gefeiert werden.

Der Bau ist ein Gemeinschaftswerk des dänischen Büros Henning Larsen, der einheimischen Batteríid Architects und des isländisch-dänischen Künstlers Olafur Eliasson. Im Hafen der Stadt, direkt am Wasser, ergeben zwei aneinandergerückte Quader mit dynamisch verzogenen Kanten die Kubatur des Konzerthauses, das vier Säle und einige Konferenzräume unterschiedlicher Größe beherbergt. Henning Larsen sehen in dem Gebäude ein Felsmassiv, dessen Zentrum der ganz in lavarot gestaltete Hauptsaal mit 1.800 Sitzplätzen bildet. Getauft wurde der Saal passenderweise „Eldborg“: Feuerburg. Das Gesteinsmotiv findet sich auch in der Fassade wieder: Inspiriert von den für Island typischen kristallinen Basaltformationen haben die Architekten zusammen mit dem Studio Olafur Eliasson für die Südfassaden ein dreidimensionales System entwickelt, das von zwölfseitigen „quasi bricks“ aus Glas in Stahlfassungen gebildet wird. Das Raster der übrigen Fassaden besteht aus Querschnitten dieser komplexen geometrischen Figuren. Es ergeben sich wabenartige fünf- und sechsseitige Umrisse, die unregelmäßig aneinandergefügt sind. Dank spezieller Glaspaneele schimmern einige dieser Facetten je nach Lichtverhältnissen und Standpunkt des Betrachters punktuell auf. Doch auch nach Sonnenuntergang funkelt das Harpa: LED-Leisten in rot, grün und blau erleuchten das Gebäude. Farbe und Intensität jedes einzelnen „quasi bricks“ sind dabei individuell steuerbar. Das Konzept für die Beleuchtung stammt wie die Fassade selbst von Olafur Eliasson.

Nachdem die öffentliche Skepsis dem Projekt gegenüber anfänglich groß war, konnte Harpa seit seiner ersten Eröffnung mittlerweile über 100.000 Gäste und Besucher zählen.

www.henninglarsen.com
www.olafureliasson.net
www.arkitekt.is

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